Samstag, 11. Oktober 2014

[Konzert-Kater] Lewis Watson im Comet Club, Berlin am 10.10.2014

Quelle: Comet Club



INTO THE WILD

hieß es gestern abend, als ich spontan zum Konzert von Lewis Watson gegangen bin. Wer Lewis Watson ist? Tja, prägt euch diesen Namen mal besser ein, denn wenn es nach mir geht, dann steht ihm eine große Karriere bevor. Mit jungen 16 Jahren hat der in Bicester, Oxfordshire aufgewachsene Künstler seine erste Gitarre geschenkt bekommen und sie lieben gelernt. Diese Liebe hat man ihm gestern bei seinem Konzert vor einer noch recht kleinen Zuschaueranzahl in jeder Sekunde angemerkt. Stets mit geschlossenen Augen sang er gefühlvoll seine Lieder über das Erwachsenwerden, die verlorene Liebe und Trauer. Doch fangen wir besser erst einmal am Anfang an. Rewind the tape story!


Am Donnerstag habe ich über eine erst kürzlich entdeckte Seite auf FB, die den Namen "I Heart Beat" trägt, zum ersten Mal von einem Gewinnspiel für das Konzert von Lewis Watson gehört. Es war ein Link angegeben und ein Bild von einem knuffigen Jungen, den ich auf etwa 15 Jahre geschätzt hatte, gleich mit dazu. Für das BRAVO-Titelbild wäre er auf jeden Fall sehr geeignet, schoss es mir durch den Kopf. Der Name widerum kam mir zwar irgendwie bekannt vor, aber so richtig einordnen konnte ich ihn nicht. Hmm, warum also nicht mal auf den Link klicken und anhören? Gesagt, getan. 
Und BÄMM. Ihr hattet mich! Sink or Swim wurde mir vorgesetzt und sofort war ich verzaubert. Seine unglaublich einfühlsame und zarte Stimme und dazu die leisen Gitarrengriffe. Er erinnerte mich schon etwas an Ed Sheeran, den ich ja auch sehr sehr gerne höre, weil er noch "echte" und ehrliche Musik macht und dafür keine Stimmenverzerrer oder ähnliches braucht. Seine natürliche Stimme + Gitarre = Enough♥
Ich setze euch heute ein anderes Lied vor, nämlich "It could be better", was sich innerhalb von 2 Tagen zu einen meiner Lieblinge entwickelt hat. Enjoy!



Ich könnte schon wieder seufzen, wenn ich das Lied anhöre. Ist es nicht schön? Perfekt für so einen regnerischen Tag wie heute. Kaffee, einen Spekulatius, 'ne wollige Decke und dann dieses Lied. Mehr braucht es nicht.

Aber hey, ich wollte ja weiter vom Konzert erzählen! Also jedenfalls habe ich dann den restlichen Donnerstagabend nur noch Lieder von Lewis angehört und mein Glück beim Gewinnspiel versucht. 13 Leute hatten teilgenommen und 2x2 Gästelistenplätze wurden verlost. Daumen waren gedrückt!
Am nächsten Tag habe ich dann immer mal wieder auf Arbeit (Psssst! Erzählt es keinem ;)) meine FB-Nachrichten gecheckt, in der Hoffnung, dass die erlösende Message darunter ist. Bis 17 Uhr war es vergebens, doch dann war sie da! Ich hatte tatsächlich gewonnen! AAAAAAAAAAAAAAAH! Ja, da kam dann doch das (neue) Fangirl in mir zum Vorschein.In 3 Stunden würde ich Lewis live im Comet Club sehen können! Mit Begleitung... nur mit wem?! Stef hatte keine Zeit, Manu... hat nie Zeit und Alex war noch zu fertig von den Beatsteaks. Egal – dann ging es eben allein um 19.30 Uhr Richtung Kreuzberg. Im Comet Club kurzerhand eingecheckt und dann stand ich da zum ersten Mal. Sehr klein und intim alles. Eine Bühne, die gerade einmal 3 Meter lang ist und bei der bei einem Söhne Mannheims-Konzert mindestens sieben Personen aus Platzmangel daneben stehen müssten. I like.
Ich habe nicht auf die Uhr geschaut, aber ich glaube so ziemlich pünktlich um 20 Uhr kam dann die Vorband auf die Bühne. Vorband aka Mathia featuring Jenny Karr. Bis zu diesem Auftritt hatte ich noch nie etwas von beiden gehört, aber heute möchte ich sie echt nicht missen. Alle Stücke (wirklich alle!) haben mir richtig gut gefallen und besonders Jennys Stimme hat mich die ganze Zeit an Kalifornien denken lassen. An einen Strand bei Sonnenuntergang und unendliche Freiheit. Einfach nur mitreißend.


Schade war nur, dass Mathias' Mikrofon etwas schlecht eingestellt war. Knusper, knusper, Knäuschen. Der Stimmung hat es trotzdem keinen Abbruch getan. Bewegt wurde sich zwar nicht viel, aber bei einem Akustikset wäre das auch eher etwas komisch gekommen.

Nach einer kurzen Umbaupause – 15 oder 20 Minuten – kam dann Lewis Watson samt Band auf die Bühne, kurzes Gekreische inklusive. Nein, nicht von mir ;)
Und dann stand er da, der junge Typ mit dem frechen Pferdeschwanz und dem ansteckenden Lächeln. Von den 30 Mädels im Raum ist wohl die Hälfte spätestens jetzt seinem Charme verfallen, denn er begrüßt die Berliner mit "I already like it here". Ja, er ist wirklich sympathisch.
Sein Set besticht durch einen Mix aus neuen Liedern von seinem Debutalbum als auch älteren EPs oder gar Covern von Everything Everything. Peaks ist auch eines der Lieder, die ich am lebhaftesten in Erinnerung habe. Das Original kannte ich nicht, aber nachdem ich sein Cover gehört hatte, wollte ich es sofort kennenlernen. Seine Band, bestehen aus Bassist, Keyboarderin und Drummer, hat ihn während des ganzen Konzerts super neben der leisen Gitarre unterstützt und für mehr Power gesorgt. Roxanne hat mit ihm im Duett "Halo" sogar live performt, was nur eines der Highlights darstellte. Man hat ihm eben wirklich angemerkt, dass er diese Musik spürt und die Texte aus seinem tiefsten Herzen kommen. Manche mögen das vielleicht gefühlsduselig nennen, aber ich nenne es ehrliche Kunst. Da stellt sich dieser 21 jährige Typ aus Oxford auf die Bühne und seine Stimme nimmt den ganzen Raum ein. Leichtes Gewippe, ab und an Gekreische und ein lautes "I LOVE YOU!". Die Zuschauer können nicht irren – der hat es drauf und wird mal ganz groß! Zumindest wünsche ich ihm das.

 "Kennt ihr Art Attack? Gibt es das in Deutschland? Ja? Also ich habe das früher um 5 Uhr morgens immer mit meinen Geschwistern angeschaut. Heute sind wir erwachsen und meine Geschwister ausgezogen. Jetzt schau ich das allein an – aber dafür muss ich die Kekse nicht mehr teilen." 

Mit solchen und anderen Sprüche hat er mich und auch das Pubilkum vollkommen auf seine Seite gezogen.
Die Zugabe spielte er dann auch inmitten seiner Fans und im auf ihn gerichteten Handydisplayschein. Alle sangen mit und der Kanon seines Lieds "Made up love song #43" konnte sich wirklich hören lassen. Sogar die männlichen Zuschauer sangen tapfer mit – einer sogar lauter als Lewis! :)


Nach dem Konzert konnte ich dann nicht anders und kaufte mir noch die EP "Into the Wild", weil darauf mein bis dahin liebster Song "Hold on" drauf war. Die Verkäuferin sagte dann noch, dass Lewis auch signieren würde und da war ich natürlich sofort dabei. Wir unterhielten uns kurz und ich erzählte ihm, dass ich erst einen Tag zuvor auf seine Musik gestoßen bin und er hatte sich echt drüber gefreut. Wollte wissen, wo ich ihn gehört hatte und bedankte sich ganz oft :) Wir machten ein (schrecklich) schönes Bild zusammen mit meiner Handykamera und meine CD signierte er dann auch noch, Umarmung zum Abschied inklusive. "Hope to see you again next time I'm in Berlin!"


"So much love" steht auf meiner EP und heute höre ich sie rauf und runter.
So ein bisschen verliebt bin ich ja jetzt schon. In  diesen jungen Typ mit dem frechen Pferdeschwanz und dem ansteckenden Lächeln und in seine ehrliche und schöne Musik.

Ein riesengroßer Dank geht an I Heart Beat und Pink-Pong.

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