Mittwoch, 30. Dezember 2015

[Konzert-Kater] Bring me the Horizon im Huxley's, Berlin am 10.11.2015

Bring me the Horizon 2.0

Quelle: Trinitymusic.de

Eigentlich sollte dieser Bericht schon viel früher online gehen, und eigentlich auch auf der schicken Seite meiner Kumpels von den Festivalisten, aber da sie, genau wie ich, gegen Jahresende keine wirkliche Zeit hatten, wurde daraus nichts. Deswegen möchte ich nun die Gelegenheit nutzen und meinen Bericht doch noch hier veröffentlichen, denn dieses Konzert war wirklich ein nennenswertes!

Viel Spaß mit dem Bericht!


Wenn ich die Worte „Pinke Herzen“, „Melodische Gesänge“ und „Massentauglich“ in den Raum werfe, dann werden wohl nur die wenigsten an die Metalcore-Band Bring me the Horizon denken. Aber genau diese Worte waren an einem trüben Dienstag während des ausverkauften Konzerts der Jungs in Huxley's Neuer Welt omnipräsent.

Doch zuerst einmal zum Anfang des Abends, denn der hielt mit zwei durchaus gut gewählten Vorbands noch einiges mehr bereit. Beartooth, eine noch recht junge Band aus Columbus/Ohio, standen als erster Act bereits um 20 Uhr auf der Bühne. Da die reine Männerband ihre Wurzeln im Hardcore hat, luden ihre halsbrecherischen Lieder direkt zum Moshpit ein. Als die Zuschauer auf Aufforderung auch noch springen sollten, gab es bei den meisten kein Halten mehr. Allerdings gab es für diejenigen, die nicht sprangen, auch eine besondere Überraschung: der Boden bebte. Angesichts der Tatsache, dass die Venue sich im 1.Stock befand, nicht gerade sehr angenehm. Aber hey, we've seen it all before. Einfach mitspringen und schon ist es einem egal.

Nachdem mit Beartooth die härteren Töne angeschlagen wurden, kam mit PVRIS (sprich: Paris) eine amerikanische Newcomer-Band, die sich im Genre Elektro-Rock ansiedelt und für etwas ruhigere, aber nicht weniger energiegeladene Momente sorgte. Manch einer mag wegen ihrer doch recht bekannten Single Mirrors bereits von ihnen gehört haben. Das Publikum war recht schnell von der Band um Sängerin Lyndsey Gunnulfsen angetan und so tanzte die Mehrheit der 1600 Menschen vor allem zum letzten und meiner Meinung nach besten Song des Abends: My House. Ich glaube, ich liege nicht falsch, wenn ich sage, dass wir von dieser Band noch viel hören werden in Zukunft. Verdient hätten sie die Aufmerksamkeit auf jeden Fall.

Fotograf: Marcel Eichhorn
Doch was ist denn nun mit dem eigentlichen Hauptact des Abends? Der betrat ungefähr gegen kurz vor 22 Uhr die Bühne und heizte dem Publikum mit dem Opener Doomed vom neuen Album von Anfang an ein. Wurden bei den Vorbands die Stimmen noch geschont, sangen und schrien die Fans der fünfköpfigen Band aus Sheffield/UK nun aus vollem Hals mit. Auch Moshpits und Circlepits wurden zu fast jedem Song geöffnet, teilweise mit akrobatischen Einlagen. Hut ab.
Das eigentliche Highlight spielte sich aber auf der Bühne ab, die von Leadsinger Oli Sykes regelrecht eingenommen wurde und mit einer großen LED-Leinwand geschmückt war, die für wechselnde Hintergründe sorgte. Einer dieser Hintergründe waren pinke Herzen – und damit ein weiterer Beweis, dass hier gerade Bring me the Horizon 2.0 ein Konzert spielten. Mit ihrem vorherigen Album Sempiternal hatte sich ein Stilwechsel bereits angekündigt, aber seit dem neuen Longplayer hat man Gewissheit: BMTH haben sich weiterentwickelt und sind nun wesentlich massentauglicher als zuvor. Songs wie Throne oder Drown sind wahre Ohrwürmer, die mit einer riesigen Welle an Kraft über einen hereinbrechen und man nicht umher kann mitzuschreien. Live noch einmal mehr als auf Platte. Alles wirkt nun viel melodiöser und man kann sich nur vor Oli verneigen, dem man seinen Gesangsunterricht bei jedem Ton anhört – okay, zumindest den meisten Tönen an diesem Abend, denn ab und an wirkte der Sound nicht ganz rund. Aber wie heißt es bei Livekonzerten so schön: Middle fingers up, if you don't give a fuck!

"Throne" live aus dem Huxley's. Quelle: The PunArt.

Die Setlist bot aber auch den Fans der alten Platten mit Hits wie Shadow Moses, Chelsea Smile und Go to Hell, for Heaven's Sake eine gute Auswahl an und zeigte, dass die Band auch die härteren Töne weiterhin beherrscht. Eine gute Mischung, die aufzugehen scheint.
Ich habe das Huxley's an diesem Abend jedenfalls glücklich verlassen. Verschwitzt, mit einem schmerzenden Hals vom Singen und einem breiten Grinsen auf dem Gesicht.

That's the Spirit!

1 Kommentar:

  1. Schöner Bericht. Gute Band, wobei die aktuell viel mit Playback arbeiten, oder? Kam mir jedenfalls beim Reading Auftritt so vor, den ich auf youtube gesehen habe... P.S. Ich bin es Julian (Genkino.de)

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